12.05.2012

Freundeskreis unterstützt den Ankauf von historischen Büchern

Als die vier Ärzte Johann Lorenz Bausch, Johann Michael Fehr, Georg Balthasar Metzger und Georg Balthasar Wohlfahrth in der Freien Reichsstadt Schweinfurt im Jahr 1652 die Academia Naturae Curiosorium gründeten, die später den Namen Leopoldina erhielt, wollten sie "Die Natur [...] erforschen zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen". Dazu wurde ein ehrgeiziges Programm entworfen, das systematisch alle in der Heilkunde nützlichen Objekte der Natur beschreiben sollte.

Bald zeigte sich, dass das gesetzte Ziel einer umfassenden Enzyklopädie der Heilmittel zu ehrgeizig war. Dennoch erschienen von 1661 bis 1704 insgesamt 53 Titel, die jeweils einen Gegenstand des Naturreiches im Sinne der Medizin umfassend behandelten.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurden Archiv- und Bibliotheksbestände der Leopoldina in einen Salzstock außerhalb Halles ausgelagert. Nach Kriegsende wurden Teile davon durch die Rote Armee in die Sowjetunion verbracht. Von dort kehrte später nur ein Teil der Materialien zurück, sodass hohe Verluste zu verzeichnen waren und sind. So fehlten bis vor kurzem im Bestand der Leopoldina 15 Titel aus dem sogenannten Akademieprogramm der Academia Naturae Curiosorum – wichtige und wertvolle Bände mit besonderer Aussagekraft über die Anfänge und frühen Beweggründe der Akademie.

Mit finanzieller Unterstützung des Leopoldina Akademie Freundeskreises e.V. ist es nun gelungen, vorerst zwei der fehlenden Bände für die Bibliothek der Leopoldina anzukaufen. Dabei handelt es sich um ein Werk von Matthias Tilling aus dem Jahr 1679 über die Heilwirkung der Rhabarberpflanze und um ein Buch von Christian Friedrich Garmann aus dem Jahr 1691 im Bereich der Oologie, der Vogeleierkunde.

Ungewiss ist, ob noch alle fehlenden Werke beschafft werden können. Das Vorhaben ist aber durchaus nicht abgeschlossen und die Leopoldina wird sich in Zukunft um den Ankauf weiterer Bände bemühen.

Bild der Historischen Bücher, welche im Rahmen der Jahresveranstaltung am 01. September an die Leopoldina Bibliothek übergeben wurden Foto: Markus Scholz