Der Förderpreis 2012

Am 28. Oktober 2012, vergab der Leopoldina Akademie Freundeskreis e.V. erstmals den „Johann-Lorenz-Bausch-Förderpreis“ an einen Nachwuchswissenschaftler, der mit seiner herausragenden Dissertation einen wesentlichen Beitrag zur Geschichtsschreibung der Academia Naturae Curiosorum in den ersten 50 Jahren ihres Bestehens leistete. Der Freundeskreis der Leopoldina würdigt die Forschungsarbeit von Herrn Dr. des. Fabian Krämer im Rahmen der Eröffnung einer Ausstellung zur „Frühgeschichte der Leopoldina im 17. und 18. Jahrhundert“.

Herr Dr. Krämer wurde im Februar 2012 an der Fakultät für Kunst- und Geschichtswissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Seine Dissertation mit dem Titel „Wie gelangte ein Zentaur ins frühneuzeitliche London? Lektüre und Beobachtung in der europäischen Naturforschung, ca. 1550-1750“ untersucht anhand des Diskurses über Monstren, in welchem Verhältnis Lektüre und Beobachtung in der frühneuzeitlichen Naturforschung zueinander standen. Für die Analyse zentral ist die europäische Akademiebewegung der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Forschungsarbeit liefert neue Erkenntnisse über die Gründung und Herausgabepraxis der erstmals 1670 erschienenen Akademiezeitschrift Miscellanea curiosa. Anhand von bisher kaum zur Kenntnis genommenen Quellen aus dem Umfeld der Academia Naturae Curiosorum macht Herr Dr. Krämer Veränderungen in der frühneuzeitlichen Naturforschung im Zuge der Zeitschriftengründung greifbar.

Herr Dr. Krämer erklärte, das Preisgeld für ein neues Forschungsprojekt verwenden zu wollen, in dessen Rahmen bisher vernachlässigte Quellenbestände zur Frühphase der Leopoldina erschlossen und ausgewertet werden sollen. Der Preisträger war zum Zeitpunkt der Preisverleihung als Akademischer Rat auf Zeit am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte von Frau Prof. Dr. Kärin Nickelsen, Mitglied der Leopoldina, an der LMU München tätig, wo ein weiteres Forschungsprojekt zur Geschichte der Leopoldina in der Frühen Neuzeit in Planung ist.